touch me not, 2025
Zwischen Anziehung und Abwehr.
touch me not ist eine Arbeit über das Unsichtbare zwischen den Dingen und über die Spannung, die entsteht, wenn Nähe und Distanz zugleich spürbar werden. Auf den ersten Blick wirken die Formen organisch, fast vertraut. Doch beim zweiten Hinsehen beginnen sie, sich zu entziehen.
Die Bilder vereinen analoge und digitale Verfahren: Fotografien von Luft und Farbe treffen auf digital generierte Strukturen, die in einem vielschichtigen Prozess neu zusammengesetzt werden. Aus dieser Kombination entsteht eine Bildwelt, die sich nicht eindeutig greifen lässt. Sie ist etwas, das zugleich real und künstlich, lebendig und fremd erscheint.
Entscheidend ist nicht, was dargestellt ist, sondern was es im Betrachter auslöst: Anziehung, Irritation, vielleicht auch Ablehnung. touch me not fordert heraus, genauer hinzusehen und sich mit der eigenen Wahrnehmung von Schönheit, Körperlichkeit und Grenze auseinanderzusetzen.
Between attraction and resistance.
touch me not is a work about the invisible that exists between things – and about the tension that arises when proximity and distance are felt at the same time. At first glance, the forms appear organic, almost familiar. But on closer inspection, they begin to withdraw.
The images combine analogue and digital techniques: photographs of air and color meet digitally generated structures, reassembled through a multilayered process. From this combination emerges a visual world that cannot be clearly grasped – something that appears both real and artificial, alive and alien.
What matters is not what is depicted, but what it evokes in the viewer: attraction, irritation, perhaps even rejection. touch me not invites a closer look and a confrontation with one’s own perception of beauty, corporeality, and boundary.
SAVE letter project, 2025
In Frankfurt tauchen weiße Umschläge in Briefkästen auf.
Innen: ein leeres Blatt Papier. / Außen: kein Absender, kein Text, nur ein Wort, dort, wo sonst eine Briefmarke klebt: SAVE. Dieses Kunstprojekt setzt auf Irritation. Es will etwas anstoßen, ohne zu erklären. Jede Reaktion, jeder Gedanke, jede Antwort ist wertvoller als Schweigen. Kommunikation ist besser als keine Kommunikation.
Innen: ein leeres Blatt Papier. / Außen: kein Absender, kein Text, nur ein Wort, dort, wo sonst eine Briefmarke klebt: SAVE. Dieses Kunstprojekt setzt auf Irritation. Es will etwas anstoßen, ohne zu erklären. Jede Reaktion, jeder Gedanke, jede Antwort ist wertvoller als Schweigen. Kommunikation ist besser als keine Kommunikation.
In Frankfurt, white envelopes are appearing in mailboxes.
Inside: a blank sheet of paper. / Outside: no sender, no text, only one word, placed where a stamp would normally be: SAVE. This art project thrives on irritation. It aims to set something in motion without explanation. Every reaction, every thought, every response is more valuable than silence. Communication is better than no communication.
Inside: a blank sheet of paper. / Outside: no sender, no text, only one word, placed where a stamp would normally be: SAVE. This art project thrives on irritation. It aims to set something in motion without explanation. Every reaction, every thought, every response is more valuable than silence. Communication is better than no communication.
solo:proiezione, 2024
Ein Moment, der bleibt.
solo:proiezione ist eine Arbeit über das Zeigen selbst. Darüber, wie sehr der Rahmen bestimmt, ob etwas Bedeutung bekommt. Eine Projektion ist nie nur Licht auf einer Fläche. Sie ist ein gemeinsamer Moment: flüchtig und doch verbindend, technisch und zugleich zutiefst menschlich.
Mich interessiert, was passiert, wenn wir den Akt des Konsumierens wieder verlangsamen, ihm Raum und Aufmerksamkeit geben. Früher waren Projektionen Rituale, ob im Klassenzimmer, im Wohnzimmer oder im Urlaub. Heute scrollen wir durch Bilder, ohne sie wirklich zu sehen. solo:proiezione stellt dieser Geschwindigkeit einen bewussten Moment des Betrachtens entgegen.
Die Arbeiten zeigen Bilder von Licht, das von einem Projektor auf eine Wand geworfen wurde. Doch im Zentrum steht nicht das Motiv, sondern das, was im Betrachter geschieht: die Erinnerung an eigene Räume, an vergangene Situationen, in denen Projektionen Teil des Alltags waren. solo:proiezione lädt dazu ein, die Wertigkeit solcher Momente wiederzuerkennen und zu spüren, wie stark der Rahmen eines Erlebnisses bestimmt, was davon bleibt.
A moment that remains.
solo:proiezione is a work about the act of showing itself – about how much the frame determines whether something gains meaning. A projection is never just light on a surface. It is a shared moment: fleeting yet connecting, technical and at the same time deeply human.
I am interested in what happens when we slow down the act of consuming, giving it space and attention. In the past, projections were rituals – in classrooms, in living rooms, on family holidays. Today, we scroll through images without truly seeing them. solo:proiezione opposes this speed with a deliberate moment of contemplation.
The works show images of light cast by a projector onto a wall. Yet the focus is not on the motif itself, but on what happens within the viewer: the memory of personal spaces, of past situations in which projections were part of everyday life. solo:proiezione invites us to rediscover the value of such moments and to sense how strongly the frame of an experience defines what remains.
EVENT: OPEN STUDIOS 2025, ATELIERFRANKFURT
21.-23.11.2025
Jedes Jahr verwandelt das Open Studios Event im Atelierfrankfurt das Haus in einen lebendigen Treffpunkt der zeitgenössischen Kunst und hat sich längst als feste Größe innerhalb der Frankfurter Kunstszene etabliert. In diesem Jahr war Sascha Venturi erstmals mit seinem Atelier vertreten. Über das Wochenende hinweg strömten Tausende kunstinteressierte Besucher*innen durch die offenen Räume und erhielten die Möglichkeit, eine große Bandbreite künstlerischer Positionen zu entdecken. Die Arbeiten von Sascha Venturi wurden von der italienischen Kunsthistorikerin und Kuratorin Federica Viola präsentiert und in einen vertiefenden kunsthistorischen Kontext gesetzt.
Gezeigt wurden vier Projekte: solo:proiezione, eine Arbeit über die Kraft des bewussten Sehens und den Wert langsamer Bildwahrnehmung in einer überreizten Medienwelt; das SAVE Letter Project, eine stadtweite Intervention, die durch verteilte Briefe zufällige Gespräche und unerwartete soziale Begegnungen auslöst; PIN BOARD ART, ein Konzept, das dekorative Kunst neu denkt und hinterfragt, an welchen Orten innerhalb unseres Lebensraums Kunst ihren Platz findet; sowie touch me not, eine Serie, die die Wahrnehmung herausfordert und bewusst mit Nähe und Distanz, Anziehung und Abstoßung spielt.
Die Vielzahl an Gesprächen und Reaktionen während des Wochenendes zeigte eindrucksvoll, welche künstlerische Vielfalt im Atelierfrankfurt gelebt wird – und wie stark Venturis Arbeiten bei den Besucherinnen Resonanz fanden.
Every year, the Open Studios event at Atelierfrankfurt transforms the building into a vibrant meeting point for contemporary art and has long since established itself as a key fixture within Frankfurt’s art scene. This year, Sascha Venturi participated for the first time with his own studio. Over the course of the weekend, thousands of art enthusiasts wandered through the open spaces and had the opportunity to discover a wide range of artistic positions. Sascha Venturi’s works were presented and contextualized by the Italian art historian and curator Federica Viola.
Four projects were shown: solo:proiezione, a work that reflects on the power of attentive seeing and the value of slow image perception in an overstimulated media environment; the SAVE Letter Project, a city-wide intervention in which distributed letters sparked spontaneous conversations and unexpected social encounters; PIN BOARD ART, a concept that rethinks decorative art and questions where, within our living spaces, art finds — or has yet to find — its place; and touch me not, a series that challenges perception by consciously playing with proximity and distance, attraction and repulsion.
The multitude of conversations and responses throughout the weekend vividly demonstrated the artistic diversity cultivated at Atelierfrankfurt — and how strongly Venturi’s works resonated with visitors.
EVENT: SOLO EXHIBITION solo:proiezione, Italy
30.09.-06.10.2024
Die Ausstellung solo:proiezione wurde 2024 in Monte Porzio (Italien) gezeigt – als Teil des offiziellen Kulturprogramms der Stadt Pesaro, die in diesem Jahr Italiens Kulturhauptstadt war. Mit dieser Arbeit rückte Sascha Venturi die Projektion selbst ins Zentrum der Aufmerksamkeit: als Medium zwischen Licht und Erinnerung, als flüchtigen Moment, der im Kopf des Betrachters weiterlebt.
The exhibition solo:proiezione was presented in 2024 in Monte Porzio (Italy) as part of the official cultural program of the city of Pesaro, which was Italy’s Capital of Culture that year. With this work, Sascha Venturi placed the act of projection itself at the center of attention – as a medium between light and memory, a fleeting moment that continues to exist in the viewer’s mind.